
Auf den ersten Blick mag es vielleicht als unpassend erscheinen, dass wir, in einer Zeit von großen politischen Spannungen und einem näher rückenden Dritten Weltkrieg weiterhin Gedenkveranstaltungen wie die zur Befreiung von Auschwitz, dem größten Konzentrationslager der Zeit des Naziterrors, durchführen.
Wir sind der Meinung, dass es äußerst notwendig ist, daran zu erinnern, welche Eskalationsspirale sich aus der Verfolgung von Menschen und dem unbedingten Willen zum Krieg ergibt. Auschwitz war vielleicht das furchtbarste Resultat dieser Eskalation und es kostete ungeheure Anstrengungen, die Kriegsmaschinerie Hitlerdeutschlands zu stoppen und die Lager zu befreien.
In Auschwitz waren nur noch 9000 Menschen verblieben, als die Rote Armee am 27. Januar 1945 die Tore des Lagers aufsprengte. Die dort Angetroffenen waren schwerkrank und unfähig, die Todesmärsche, die die SS durchführte, zu bewältigen - viele konnten nicht einmal mehr gehen. Die sowjetischen Soldaten versuchten sofort, die Menschen mit Nahrungsmitteln und ärztlicher Versorgung in aufgebauten Krankenhäusern zu retten - es überlebten aber nur wenige. Der sowjetische Fotograf, Alexander Woronzow, der das Lager, in dem die halbtoten Gefangenen verharrten, dokumentierte - ebenso wie die Zeugnisse der Ermordeten (Schuhe, Brillen, Kleidung) - erinnerte sich: "Unseren Augen bot sich ein schreckliches Bild: Eine riesige Anzahl von Baracken - viele ohne Dächer - auf Pritschen lagen Menschen, Skelette schon, mit Haut überzogen und abwesendem Blick. Es war schwer, sie ins Leben zurückzuholen..."
Die Opfer, die für diese Befreiung aufgebracht werden mussten, sind im Gesamtkontext des Kampfes der Sowjetarmee gegen Nazideutschland zu sehen und waren so groß, dass sie den kommenden Generationen für immer eine Lehre sein müssen, was es heißt, zu spät aktiv zu werden: Gegen Krieg, aber auch gegen jede Form von Faschismus!
Wir treffen uns zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz am Dienstag, 27. Januar 2026, um 16:00 Uhr, am Standort der früheren Synagoge Rödelheim, Inselgässchen.
Es laden ein: Die Friedensinitiative Rödelheim, die Evangelische Cyriakusgemeinde, Initiative „Stolpersteine“ Rödelheim, Courage gegen Rassismus, die Farbechten/die Linke Stadtteilgruppe Rödelheim, SPD und VdK.
Dienstag, 27. Januar 2026
16:00 Uhr
Standort der früheren Synagoge Rödelheim, Inselgässchen